Marktreport: Serbiens wirtschaftlicher Quantensprung

Marktreport: Serbiens wirtschaftlicher Quantensprung

Aleksandar Vučić
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Solides Wachstum, tiefe Verschuldung und ein boomender IT-Sektor: Serbien positioniert sich erfolgreich als moderner Wirtschaftsstandort.

Verfasser des Textes: Florijan Fels

Serbien hat in den letzten zehn Jahren eine der dynamischsten Transformationen Südosteuropas erzielt. Das Land hat das Image des krisengeschüttelten Balkanstaates längst abgelegt und sich zu einem ernsthaften, wettbewerbsfähigen Investitionsstandort entwickelt. Angetrieben von tiefgreifenden Strukturreformen, einer strategischen geopolitischen Positionierung und einer konsequenten Digitalisierungsstrategie verzeichnet die serbische Volkswirtschaft ein robustes und nachhaltiges Wachstum. Der wohl markanteste Hebel dieser Entwicklung ist die fundamentale Neuausrichtung der heimischen Industrie. War Serbien historisch vor allem als verlängerte Werkbank für einfache Fertigungsprozesse bekannt, vollzieht das Land derzeit den Sprung in die Wertschöpfungskette der Zukunft. Belgrad hat sich zu einem pulsierenden IT-Hub entwickelt; der Informationsund Kommunikationstechnologiesektor ist mittlerweile einer der wichtigsten Wachstumstreiber und Exportschlager des Landes. Mit Grossprojekten wie dem ambitionierten Bio4-Campus in Belgrad – einem Innovationszentrum, das Biomedizin, Bioinformatik und künstliche Intelligenz bündelt - setzt die Regierung ein klares Signal in Richtung einer wissensbasierten Ökonomie.

Švajcarska
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Gleichzeitig bleibt die traditionelle industrielle Basis stark. Die Automobilzulieferindustrie, die Pharmabranche und der Maschinenbau profitieren von einer im europäischen Vergleich wettbewerbsfähigen Kostenstruktur, gut ausgebildeten Fachkräften und einem dichten Netz an Freihandelsabkommen, die Serbien zollfreien Zugang sowohl zur Europäischen Union als auch zu den Märkten der Eurasischen Wirtschaftsunion und Chinas garantieren. Das geschickte Taktieren zwischen West und Ost birgt zwar geopolitisches Rauschen, erweist sich rein ökonomisch jedoch als massiver Standortvorteil.

Das haben auch Schweizer Firmen entdeckt. Die Eidgenossenschaft zählt zu den bedeutendsten ausländischen Investoren: Über 600 Schweizer Unternehmen sind im Land aktiv und beschäftigen rund 14 000 Personen. Ein zentraler Treiber der kommenden Jahre ist die Weltausstellung Expo 2027 in Belgrad. Eingebettet ist dies in das Entwicklungsprogramm «Sprung in die Zukunft - Serbien 2027» mit rund 18 Milliarden Euro, ergänzt durch den längerfristigen Infrastrukturrahmen «Serbien 2030–2035» mit 48 Milliarden Euro, vorwiegend für den Infrastrukturausbau.

Aleksandar Vučić
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Herausforderungen Der Zeitdruck rund um die Expo hat Schattenseiten: Ein Spezialgesetz erlaubt es, öffentliche Vergabeverfahren zu umgehen, was wiederholt Kritik an mangelnder Transparenz auslöst. Der tödliche Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad im November 2024 mit 16 Todesopfern hat diese Debatte zusätzlich angeheizt und zu anhaltenden politischen Spannungen und Demonstrationen geführt. Präsident Aleksandar Vucic hat dieser Tage angekündigt, zurückzutreten und Neuwahlen durchführen zu lassen. Zudem kommt der EUBeitrittsprozess nur schleppend voran, vorwiegend aufgrund der Erweiterungsmüdigkeit innerhalb der EU. Für die Wirtschaft aber gilt: Serbien bietet Investoren eine seltene Kombination von Wachstum, geografischer Nähe zur EU, solider Verschuldung und einem zunehmend diversifizierten Branchenmix.

*Anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Serbien veröffentlichte die zur Ringier AG gehörende führende Schweizer Wirtschaftszeitung „Handelszeitung“ eine zwölfsseitige Sonderbeilage mit dem Titel „Standort Serbien“. Die Publikation versammelt relevante Gesprächspartner aus Serbien und der Schweiz und bietet einen Überblick über die wachsende wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.

Aleksandar Vučić
Aleksandar Vučić (Foto: Rade Prelić / Tanjug)
Švajcarska
Švajcarska (Foto: Shutterstock, M. Šurjanac / Ringier)
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Aleksandar Vučić (Foto: Amir Hamzagić / Tanjug)
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