Für Geschäftsreisen zwischen der Schweiz und Serbien ist das Flugzeug die attraktivste Option. Aber es gibt Alternativen.
Rund 150 000 Menschen mit serbischen Wurzeln leben in der Schweiz sowie knapp 100 000 serbische Staatsangehörige. Das sorgt für ein entsprechendes Reiseaufkommen: Die Plattform Rome2Rio führt elf unterschiedliche Reisewege auf. Im Vordergrund stehen Züge, Busse und Flüge. Autofahrten sind mit 12 bis 14 Stunden (ohne Pausen) für Geschäftsreisen keine attraktive Option.
Zürich–Belgrad ist beliebteste Busstrecke
Für nachhaltiges Reisen hat die Bahn die beste Ökobilanz. Gemäss SBB gibt es zwar aktuell keine Direktverbindung zwischen der Schweiz und Serbien. Es bestehen laut einer Sprecherin jedoch Reiseketten ab der Schweiz, etwa mit dem Nachtzug nach Budapest und von dort mit zwei Umstiegen weiter nach Belgrad. Zu diesen Verbindungen erhebt die SBB keine Personenzahlen. Aktuell gebe es keine Pläne für Direktverbindungen zwischen der Schweiz und Serbien. «Die begrenzte Infrastruktur im Balkan führt zu sehr langen Reisezeiten und hat daher nicht ausreichend Potenzial für eine Direktverbindung ab der Schweiz», heisst es vonseiten der SBB.
Auch der Bus ist eine für Geschäftsreisende zwar machbare, aber zeitaufwendige Option. Neben einigen serbischen Buslinienbetreibern fährt auch Flixbus. Gemäss einer Sprecherin sieht man eine gestiegene Nachfrage nach Verbindungen zwischen den beiden Ländern. Insgesamt gibt es 18 direkte Verbindungen zwischen der Schweiz und Serbien, hinzu kommen diverse Umsteigemöglichkeiten. Die beliebtesten Verbindungen zwischen den beiden Ländern sind in diesem Jahr Zürich– Belgrad, St. Gallen–Belgrad, Zürich–Novi Sad, Genf–Belgrad und Lausanne–Belgrad.
«Neue Linien sind hier aktuell nicht in Planung, ein Ausbau in Zukunft ist aber nicht ausgeschlossen», sagt die Flixbus-Sprecherin.
Swiss und Air Serbia fliegen je dreimal täglich (morgens, mittags und abends) ab Zürich direkt, ab Basel und Genf nur mit mindestens einmal Umsteigen.
«Unsere Flüge von und nach Belgrad sind bei unseren Fluggästen sehr beliebt», erklärt eine Swiss-Sprecherin. In der Sommerferienzeit vom 28. Juni bis 23. August gibt es zusätzlich auch zwei wöchentliche Flüge von und nach Niš (jeweils am Freitag und Sonntag). «Angesichts der starken serbischen Gemeinschaft in der Schweiz spielt der sogenannte VFR-Verkehr (Visiting Friends and Relatives) eine sehr bedeutende Rolle», heisst es bei Swiss weiter. «Viele Reisende besuchen – insbesondere in den Sommerferienmonaten – ihre Verwandten und Freunde in der Heimat.» Und die Verbindung ist auch bei Geschäftsreisenden beliebt.
18 direkte Verbindungen bietet Flixbus zwischen der Schweiz und Serbien an.
Der Anteil ist vergleichbar mit anderen von Swiss bedienten Destinationen in der Region. Darüber hinaus bieten die Flüge von und nach Belgrad auch für Umsteigepassagiere attraktive Anschlussmöglichkeiten; viele Fluggäste aus Serbien nutzen die Verbindung über Zürich als Zugang zum umfangreichen europäischen und interkontinentalen Streckennetz der Swiss.
«Die Buchungen und die Auslastung auf den einzelnen Flügen beobachten wir laufend und setzen je nach Bedarf grössere oder kleinere Flugzeuge ein», erläutert die Sprecherin weiter. «Dementsprechend können wir die Strecke so bedienen, dass sie den Bedürfnissen unserer Kundinnen und Kunden entspricht und wirtschaftlich ist.»
Für einen vier Wochen im Voraus gebuchten Flug in der zweiten Juli-Hälfte von Montag bis Freitag muss bei der Swiss (morgens Hinflug, abends Retourflug) mit 360 bis 400 Franken für ein Economy-Ticket gerechnet werden. Bei der Air Serbia, die ebenfalls dreimal täglich diese Strecke bedient, kommt man auf Preise um die 500 Franken. Die Swiss setzt neben eigenen Flugzeugen die des Leasing- Partners Air Baltic ein. Und auch die Air Serbia nutzt neben eigenen Maschinen die Dienste von Air Baltic. Wer sich in Zürich oder Belgrad auf die Suche nach dem richtigen Abfluggate macht, sollte sich deshalb nicht nur auf die Farbe an der Heckflosse des Flugzeugs verlassen.
*Anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Serbien veröffentlichte die zur Ringier AG gehörende führende Schweizer Wirtschaftszeitung „Handelszeitung“ eine zwölfsseitige Sonderbeilage mit dem Titel „Standort Serbien“. Die Publikation versammelt relevante Gesprächspartner aus Serbien und der Schweiz und bietet einen Überblick über die wachsende wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.