Schweizer Firmen profitieren von serbischem Investprogramm

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110 godina diplomatskih odnosa Srbije i Švajcarske
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Fachkräfte, tiefe Löhne, kulturelle Kompatibilität sowie eine neue staatliche Entwicklungsstrategie überzeugen Schweizer Firmen vom Standort Serbien.

BB, Axpo, Sika oder Galaxus sind nur einige der rund 600 Schweizer Unternehmen, die in Serbien aktiv sind. Der Standort gewinnt laut der Exportförderungsorganisation Switzerland Global Enterprise (S-GE) kontinuierlich an Bedeutung. «Die steigende Kaufkraft, der wirtschaftliche Aufholprozess und umfangreiche Investitionen eröffnen interessante Geschäftsmöglichkeiten», heisst es vonseiten S-GE. Der bilaterale Warenaustausch erreichte 2024 rund 954 Millionen Euro und damit einen neuen Höchststand: Die Schweiz verzeichnete dabei einen klaren Handelsbilanzüberschuss. Begünstigt wird dies durch das seit 2010 bestehende Freihandelsabkommen zwischen der Efta und Serbien sowie durch das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Serbien und der Schweiz, das vor zwanzig Jahren in Kraft trat.

Laut den Experten von S-GE entwickelt sich Serbien vor allem im Bereich Information and Communication Technology (ICT) zu einem wichtigen Partner von Schweizer Unternehmen. Hochqualifizierte Fachkräfte, zeitliche Nähe und kulturelle Kompatibilität würden gute Voraussetzungen für technologische Zusammenarbeit schaffen. Solche internationalen Kooperationen stärkten die globale Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Firmen und würden damit Arbeitsplätze in der Schweiz sichern.

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Ein klarer Trend zeichne sich im Nearshoring ab: Sehr viele ICT-Firmen würden ihre Backend- und Entwicklungsteams in Serbien aufbauen. «Mit dem erklärten Ziel der serbischen Regierung, die Tech-Belegschaft bis Ende des Jahrzehnts auf rund 160 000 Fachkräfte auszubauen, dürfte sich dieser Trend weiter verstärken», lautet die Einschätzung von S-GE. Der serbische ICTSektor ist einer der dynamischsten der Region und erzielt heute über 2 Milliarden Euro an jährlichen Exporten.

Neben ICT profitieren auch andere Branchen von der wachsenden industriellen Basis und der Annäherung an EU-Normen. Besonders gute Chancen bestehen gemäss S-GE in den Bereichen Bau, Energie und Verkehr, wo staatliche und international finanzierte Programme einen Modernisierungsschub auslösen.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Plan «Serbien 2030-2035», den die serbische Regierung im März 2026 vorstellte. Die Entwicklungsstrategie von Präsident Aleksandar Vucic sieht die Investition von insgesamt 48 Milliarden Euro in den Aufbau des Landes vor. Rund 50 bis 60 Prozent (zwischen 24 und 29 Milliarden Euro) entfallen dabei auf Infrastruktur, Energieversorgung und Urbanisierung. An vielen der geplanten Vorhaben sind auch Schweizer Unternehmen beteiligt.

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48 Milliarden Euro investiert Serbien bis 2035 in den Aufbau des Landes, davon rund 50 bis 60 Prozent in neue Infrastruktur.

Darunter Holcim, das in der Region fest verankert ist und dessen Zementwerk in Beocin auf eine 180-jährige Tradition zurückblickt. «Da nachhaltiges Bauen im Programm ‹Serbien 2030–2035› eine zentrale Rolle spielt, ist Holcim hervorragend positioniert, um seine Kunden bei der Umsetzung ihrer Projekte zu unterstützen», erklärt ein Konzernsprecher. Mit sechs Zuschlagstoffwerken, acht Transportbetonstandorten, einem Asphaltwerk sowie einem integrierten Zementwerk liefert Holcim Serbia die Baustoffe für wichtige Infrastruktur- und Bauprojekte im ganzen Land – von strategischen Verkehrskorridoren und Industrieanlagen bis hin zu Belgrader Wahrzeichen wie dem Avala-Turm und der Ada-Brücke. In jüngerer Zeit haben Projekte wie Belgrade Waterfront oder das Kulturzentrum Lozionica die Silhouette der Hauptstadt massgeblich geprägt. Zu den zukünftigen Vorhaben von Holcim Serbia zählen nachhaltige Baulösungen im Zusammenhang mit der Expo 2027 in Belgrad, dem neuen Nationalstadion und der Belgrader Metro.

In den kommenden Jahren will Holcim seine Präsenz in Serbien ausweiten: «Wir investieren sowohl organisch als auch durch gezielte wertsteigernde Akquisitionen, um unser Portfolio weiter auszubauen », sagt der Unternehmenssprecher. Darüber hinaus investiere Holcim Serbia in moderne Technologien, Energieeffizienz und zirkuläres Bauen. «Wir modernisieren unsere bestehenden Anlagen kontinuierlich mit innovativen Lösungen, um die Kreislaufwirtschaft weiter voranzutreiben, und investieren zugleich in neue Kapazitäten. » Ein Beispiel sei der neue Technology Park nahe Belgrad. Die hochmoderne Mahl- und Mischanlage werde zu den technologisch fortschrittlichsten Anlagen der Region zählen und es ermöglichen, Materialien, die bisher auf Deponien entsorgt wurden, zu recyceln, wiederzuverwenden und in hochwertige Baustoffe für neue Strassen, Brücken und Wohngebäude zu verwandeln.

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Nestlé investiert umfangreich

Auf Nachhaltigkeit setzt auch Nestlé, das seit mehr als zwei Jahrzehnten in Serbien präsent ist. Der Nahrungsmittelkonzern profitiert in erster Linie von einem investitionsfreundlichen Klima und guten Rahmenbedingungen. «Serbien ist für Nestlé attraktiv, weil es eine starke landwirtschaftliche Basis, qualifizierte und engagierte Mitarbeitende, eine strategisch günstige geografische Lage und eine gute Anbindung an die europäischen Märkte vereint», sagt ein Unternehmenssprecher. Für ein Nahrungsmittelunternehmen sei die Verfügbarkeit lokaler Rohstoffe und die Möglichkeit, langfristige Partnerschaften mit Landwirten und Lieferanten aufzubauen, besonders wichtig. Serbien biete zudem Raum für Innovationen in der nachhaltigen Lebensmittelproduktion, einschliesslich der Beschaffung von Rohstoffen aus der regenerativen Landwirtschaft.

Nestlés Aktivitäten in Serbien umfassen die Lebensmittelproduktion, die Produktentwicklung und die exportorientierte Fertigung.

Das Unternehmen betreibt in Surcin bei Belgrad zwei Werke, eines davon wurde im Februar 2024 als neue Fabrik für pflanzliche Lebensmittel der Marke Garden Gourmet mit einer Investition von über 80 Millionen Franken eröffnet. Insgesamt hat der Nahrungsmittelkonzern in den letzten zwanzig Jahren rund 160 Millionen Euro in Serbien investiert. Auch in Zukunft will sich Nestlé zu Serbien und zum weiteren Ausbau des Geschäfts in diesem Land bekennen. «Wir werden uns weiterhin auf nachhaltige Produktion, Innovation, lokale Beschaffung, regenerative Landwirtschaft und die Entwicklung unserer Mitarbeitenden und Partner konzentrieren. Mit dem Ziel, gemeinsamen Mehrwert für Verbraucher, Mitarbeitende, Lieferanten und die Gesellschaft insgesamt zu schaffen», heisst es vonseiten des Unternehmens.

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Das Vertrauen, das die Schweizer Wirtschaft in den Standort Serbien hat, zeigt sich laut Switzerland Global Enterprise in den kumulierten Direktinvestitionen von rund 2,5 Milliarden Euro zwischen 2010 und 2024. Dank dem guten Zugang zu regionalen Märkten eigne sich das Land zudem als Sprungbrett in die weitere Region.

*Anlässlich des 110-jährigen Jubiläums der diplomatischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Serbien veröffentlichte die zur Ringier AG gehörende führende Schweizer Wirtschaftszeitung „Handelszeitung“ eine zwölfsseitige Sonderbeilage mit dem Titel „Standort Serbien“. Die Publikation versammelt relevante Gesprächspartner aus Serbien und der Schweiz und bietet einen Überblick über die wachsende wirtschaftliche Partnerschaft zwischen den beiden Ländern.

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110 godina diplomatskih odnosa Srbije i Švajcarske (Foto: Vladimir Šporčić / Tanjug)
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